Kürzlich durfte ich in der Zeitung Tips einen Gastbeitrag zum Thema mentale Gesundheit am Arbeitsplatz „Warum der Business-as-usual-modus 2026 nicht mehr funktioniert“ veröffentlichen. Da mir das Thema mentale Gesundheit am Arbeitsplatz sehr am Herzen liegt, möchte ich hier die wichtigsten Impulse noch einmal mit euch teilen.
Die aktuelle Polykrise lässt den Ruf nach mehr Kontrolle und Hierarchie in Betrieben wieder lauter werden. Doch das ist ein Trugschluss, der zu Frustration, innerer Kündigung und einer extremen Überlastung führt. Für Arbeitgeber ist es heute essenziell, das Thema mentale Gesundheit im Unternehmen aktiv auf die Agenda zu setzen.
Wir leben in einer sogenannten BANI-Welt (brüchig, ängstlich, nicht-linear, unverständlich). Wenn das Nervensystem von Beschäftigten durch permanenten Druck, Unsicherheit und hohen Workload chronisch überfordert ist, schalten Menschen in den Überlebensmodus. Die Folgen von psychischer Belastung am Arbeitsplatz sind drastisch:
Die Produktivität sinkt durch Multitasking um bis zu 40 %
Krankenstände und Präsentismus steigen massiv
Das Konfliktpotenzial in Teams wächst
Klassische Gesundheitsangebote greifen oft zu kurz, weil sie nur Symptome behandeln. Wir können strukturelle Probleme, einen unrealistischen Workload oder fehlenden Sinn nicht durch bloße Resilienz-Kurse ausgleichen. Es braucht eine Veränderung der grundlegenden Haltung.
Mentale Gesundheit ist kein „Do-it-yourself-Projekt“ der Belegschaft, sondern gelebte Unternehmenskultur und Führungsaufgabe. Menschen sehnen sich nach Sinn, echter Einbindung und dem Gefühl, gesehen und gehört zu werden. Emotionen gehören zum Menschen und lassen sich nicht vor der Bürotür abgeben. Wer wirtschaftlichen Erfolg sichern will, darf diesen Aspekt nicht ignorieren. Eine gesunde, empathische Kultur ist kein Kuschelkurs: Menschen, die sich sicher fühlen, bringen nachweislich die beste Performance.
Dass sich Investitionen in Burnout-Prävention und mentale Gesundheit lohnen, lässt sich in klaren Kennzahlen ausdrücken:
Talente gewinnen: Für 73 % der Generation Z ist psychische Gesundheit das Kriterium Nummer eins bei der Arbeitgeberwahl
Hoher ROI: Laut WHO bringt jeder investierte Euro in die Gesundheits-Prävention bis zu fünf Euro durch gesenkte Fehlzeiten zurück
Kosten senken: Ein psychisch bedingter Ausfall dauert im Schnitt 30 Tage und kostet ein Unternehmen schnell über 13.000 Euro
Moderne Betriebe setzen auf konkrete Stellschrauben. Dazu gehören anonyme Coaching-Angebote als externe Anlaufstelle, das Trainieren von emotionaler Intelligenz und die Ausbildung von Mental Health First Aidern (Ersthelfern für psychische Gesundheit) in den Teams. Der wichtigste Hebel bleibt jedoch die Vorbildwirkung der Führungskräfte. Wenn Führungskräfte Erschöpfung tabuisieren, scheitert jede Präventionsmaßnahme.
Den ausführlichen Artikel findet ihr hier: Warum der „Business as usual“- Modus 2026 nicht mehr funktioniert
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